Solvay in der Schweiz

In Zurzach wurde 1914 die Schweizerische Sodafabrik gegründet, 1916 in Betrieb genommen und 1922 von Solvay SA / Belgien übernommen. 

Im Jahr 1944 wurde dann, mit der Fertigstellung einer Elektrolyse, die maximale Kapazität chemischer Produktion eingeleitet mit damals über 700 Mitarbeitern. 

In den folgenden Jahrzehnten sah sich Solvay aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, einzelne Produktionseinheiten schrittweise abzubauen und schließlich, 2004, mit Abstellung der Elektrolyse die Produktionsaktivitäten am Standort endgültig aufzugeben. 

Zuvor wurde im Jahr 1999 mit der Ansiedlung der Firma Comadur das Industrieareal Dritten zugänglich gemacht. Dies war der erste, zukunftsweisende Schritt zur Gründung des Solvay Industrieparks Zurzach. Heute nutzen ca. 30 Unternehmen, vom Ein-Mann Dienstleister bis zum Produktionsbetrieb mit 55 Mitarbeitern, die umfassende Infrastruktur des Industrieparks und die Serviceleistungen (Versorgung, Logistik, Administration) des Solvayteams. 

Das Produktsortiment von Solvay Schweiz umfasst:
  • Sodaprodukte 
  • Peroxide 

Aktuelles, Juni 2018

Solvay (Schweiz) AG kündigt Schiedsverträge: Verwaltungskosten übersteigen Schadenssummen um ein Mehrfaches

Zurzach, 26. Juni 2018 ---Die Solvay (Schweiz AG) hat auf den 31. Dezember 2018 die beiden „Schiedsverträge Landabsenkungen“ mit den Gemeinden Rietheim und Klingnau/Koblenz gekündigt. Der Grund: In den letzten Jahren sind die Zahl der Schadensfälle und die Höhe der Entschädigungen stark zurückgegangen. Sind 2012 rund 20'000 Franken ausbezahlt worden, so waren es im Durchschnitt der letzten fünf Jahre noch rund 4‘000 Franken.

„Fast alle Schadensforderungen erledigen wir heute ohne Schiedsgerichtsverfahren, unbürokratisch und kulant direkt mit den Hausbesitzern“, erklärt Michael Odenwald, Site Manager der Solvay (Schweiz) AG und stellt fest: „Die Kosten für das Schiedsgericht stehen schon länger in keinem Verhältnis mehr zu den jährlich ausbezahlten Entschädigungen. Wir haben den Präsidenten des Schiedsgerichts vorab in einem persönlichen Gespräch über unseren Schritt informiert.”

Mit den Schiedsverträgen ist seit 1965 das Verfahren für Schadensregulierungen zwischen Anwohnern des ehemaligen Salzfeldes und Solvay geregelt worden. Kernpunkt der beiden Vertragswerke ist ein Schiedsgericht, das in Fällen ohne direkte Einigung abschliessend über Entschädigungen für Schäden an Häusern beim ehemaligen Solvay-Salzfeld entscheidet. Das Schiedsgericht setzt sich aus einem Präsidenten, einem Geologen und einigen Fachleuten aus dem Baugewerbe zusammen.

Seit Beginn des Salzbergbaus vor mehr als hundert Jahren senkt sich das Erdreich über den ehemaligen Abbaufeldern ab. Im Dreijahresrhythmus durchgeführte Messungen zeigen, dass die grössten Senkungsgeschwindigkeiten typischerweise in den ersten Jahrzehnten nach dem Abbau aufgetreten sind. Danach nahm die Senkungsgeschwindigkeit im Durchschnitt der letzten 25 Jahre auf 0 bis 1 Zentimeter pro Jahr deutlich ab.

Solvay hat schon vor 60 bzw. 23 Jahren die Salzgewinnung in den Konzessionsgebieten Rietheim bzw. Klingnau/Koblenz eingestellt. Danach hat das Unternehmen das für die Elektrolyse benötigte Industriesalz bei den Schweizer Rheinsalinen eingekauft. 2004 wurde dieser Unternehmensbereich in Zurzach, und damit die letzte Produktion, geschlossen. Die 1912 vom Kanton Aargau erteilte Konzession, die Solvay erlaubte, Salz zu fördern, läuft Ende 2020 aus.

Bis Ende 2018 können sich Hausbesitzer mit allfälligen Schadensmeldungen noch an das Schiedsgericht wenden. Alle bis dahin gemeldeten Fälle werden vom Schiedsgericht noch behandelt. Ab Januar 2019 ist die einzige Adressatin für neue Schadenersatzforderungen die Solvay (Schweiz) AG. Michael Odenwald: „Wir suchen, wie bis anhin, auch künftig einvernehmliche Lösungen mit den betroffenen Hausbesitzern.“

Über Solvay

Die internationale Chemiegruppe Solvay trägt mit modernen Werkstoffen und Spezialchemikalien zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen bei. In enger Partnerschaft mit Kunden entwickelt die Gruppe weltweit Innovationen für ganz unterschiedliche Anwendungen, etwa in Flugzeugen, Autos, Batterien, Mobilgeräten und Medizintechnik sowie der Mineralien-, Erdöl- und Gas-Förderung. Solvay trägt zu höherer Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bei - mit leichten Werkstoffen für eine sauberere Mobilität, mit Rezepturen, die den Ressourcenverbrauch optimieren und mit Hochleistungschemikalien, die Luft- und Wasserqualität verbessern.

Die Solvay-Gruppe, mit Hauptsitz in Brüssel, beschäftigt rund 24.500 Mitarbeiter in 61 Ländern. Sie erzielte 2017 einen Umsatz von 10,1 Mrd. Euro, 90 Prozent davon mit Geschäftsaktivitäten, in denen die Gruppe weltweit zu den Top 3 gehört, und eine EBITDA-Marge von 22 Prozent. 

Solvay S.A. (SOLB.BE) ist an der Euronext in Brüssel und Paris gelistet (Bloomberg: SOLB.BB - Reuters: SOLB.BR). In den USA werden Aktienzertifikate der Gruppe (SOLVY) über ein Level-1-ADR-Programm gehandelt. (Zahlen berücksichtigen geplanten Verkauf des Polyamid-Geschäfts.) Solvay SA, Belgien, hat 1922 die 1914 in Zurzach gegründete Schweizerische Sodafabrik übernommen. 2004 wurde mit der Elektrolyse die letzte Produktion geschlossen. Heute arbeiten 10 Mitarbeitende für die Solvay (Schweiz) AG.